Schwarzenberg Trio: Elegie

CD-Besprechung von Fritz Jurmann in der Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft

Das junge Klaviertrio, das sich hier mit seiner neuesten CD präsentiert, ist zwar zu zwei Dritteln mit Musiker:innen besetzt, die mit Vorarlberg verbunden sind, leitet seinen Namen aber nicht, wie man meinen könnte, von der stark kulturell geprägten Gemeinde im Bregenzerwald ab, sondern vom ersten Treffen der Musiker:innen, das 2021 im Café am Wiener Schwarzenbergplatz stattfand. Das waren in der bis heute unveränderten Besetzung der Geiger Franz-Markus Siegert, der Cellist Roland Lindenthal und die Pianistin Hanna Bachmann. Die aus Röthis stammende Musikerin, ausgebildet bei Ferenc Bognàr und ausgezeichnet mit dem Stipendium des Richard-Wagner-Verbandes, ist von den Dreien durch ihre intensive Solokonzerttätigkeit und als Liedbegleiterin am bekanntesten bei uns. Darüber hinaus entfaltete sie eine internationale Karriere an großen Musikzentren, die sie auch in die USA, Kanada, Mexiko und Israel führte, und veröffentlichte mehrere Solo-CDs. Der aus Dresden stammende Geiger Franz-Markus Siegert ist seit 2009 zweiter Konzertmeister des ORF-Radio-Symphonieorchesters Wien. Der in Wien geborene und in Wolfurt aufgewachsene Cellist Roland Lindenthal gab als Solist Konzerte in vielen Ländern und ist seit 2000 Solocellist an der Wiener Volksoper. Wien war stets geistiges Zentrum des Schwarzenberg Trios, das dort von Beginn an auch eine eigene Konzertreihe im Haus der Ingenieure in Wien hatte. Das Ensemble tritt zudem bei Festivals in Österreich, Deutschland und anderen Ländern auf. Der Titel „Elegie“ bei ihrem neuen Album mit Werken des späten 19. sowie Mitte des 20. Jahrhunderts beweist Mut zur Stille. Er bezieht sich vor allem auf die schwermütige Stimmung des berühmten einsätzigen, fast orchestralen „Trio élégiaque“ des Russen Rachmaninoff, das zum Glanzstück dieser Einspielung wird. Aber auch die beiden übrigen Trios des Franzosen Ernest Chausson und des Armeniers Arno Babajanyan wirken zurückgenommen und sind durchwegs in Moll gehalten. Den Musiker:innen gelingt es, der Gefahr einer allzu großen Larmoyanz durch ihre jugendlich frische, zupackende Spielweise, eine sehr schön aufeinander abgestimmte Klanglichkeit und große technische Souveränität zu begegnen und ihrem Programm damit einen dynamisch attraktiven Anstrich zu verleihen.