CD-Besprechung von Frank Siebert im Magazin ‚Fono Forum‘, August 2026.
Der Titel „Elegie“ führt ein wenig in die Irre, auch wenn er durch Rachmaninows frühes, 1892 komponiertes „Trio élégiaque“ naheliegt. Mehr noch als eine elegische Grundhaltung herrscht sowohl in Rachmaninows Werk als auch in den Trios von Chausson und Babajanyan ein eher passionierter Ton. Alle Werke weisen weit über eine kultivierte Salonsphäre hinaus und sind Zeugnisse einer intensiven Welterfahrung, die sich bei Chausson in spätromantische Sehnsucht, bei Babajanyan in einer armenisch markant gefärbten Tonsprache und bei Rachmaninow in der ihm eigenen Melancholie manifestiert. Entsprechend engagiert, mit erzählerischer Kraft und ohne Scheu vor emotionaler Intensität widmet sich das in Wien beheimatete Schwarzenberg Trio den Werken. So verschmelzen die beiden Streicher in den martialischen Passagen des dritten Satzes von Babajanyans Trio zu einer lodernd brennenden Einheit, angefeuert von dem impulsgebenden, perkussiven Spiel der Pianistin. Aber auch bei der Darstellung der traumwandlerischen Verlorenheit ziehen die drei beim Chausson-Trio am gleichen Strang und wissen den magischen Trauerflor in Rachmaninows Trio zum Klingen zu bringen. Schade nur, dass das Violoncello von der Aufnahmetechnik etwas stiefmütterlich behandelt wurde.
