Für ihre Fans steigt die Pianistin in die Wanne. Konzertkritik von Fritz Jurmann in den Vorarlberger Nachrichten vom 2.2.2019

Erfrischend, wie Hanna Bachmann ihre zweite CD promotet.

Viel Applaus für Hanna Bachmann, doch nach 50 Minuten und einer Zugabe war die Präsentation beendet. JU

BREGENZ Sie liegt angezogen in einer nostalgischen weißen Email-Badewanne mit Füßchen. Auf diese Weise wirbt die aus Röthis stammende Pianistin Hanna Bachmann (25) auf dem Cover ihrer zweiten CD beim Publikum um Aufmerksamkeit für ihr neues Projekt „Plaisanteries“, französisch für „Scherze, Spaß“ (Gramola). Zahlreiche Fans und Freunde der jungen Künstlerin folgten ihrer Einladung ins Theater Kosmos zu einer CD-Präsentation, bei der sich der Musiker und Komponist Martin Lindenthal als kundiger Führer durch eine Welt zwischen hohem Interpretationsanspruch und kunstvoll verstecktem Humor erwies. „Für ihre Fans steigt die Pianistin in die Wanne. Konzertkritik von Fritz Jurmann in den Vorarlberger Nachrichten vom 2.2.2019“ weiterlesen

Musiktipp von Fritz Jurmann

Vorarlberger Nachrichten, 4. Jänner 2019

Die Pianistin Hanna Bachmann aus Röthis hat zuletzt den Radius ihrer Konzertverpflichtungen über Europa hinaus bis Mexiko ausgeweitet, erhielt 2017 das Stipendium des Richard-Wagner-Verbandes und kürzlich die Fördergabe des Landes. Nun legt die Musikerin bereits ihre zweite CD ‚Plaisanteries‘ (‚Scherze‘) vor. Der musikalische Humor zieht sich thematisch vielfältig durch ein mutiges Variationen-Programm voll extremer pianistischer Anforderungen. Neckisch ist die Heiterkeit bei Mozarts letztem Klavierwek über ein einfaches Singspielthema, beißende Ironie hat Prokofieff in seinen fünf ‚Sarkasmen‘ verarbeitet, tiefgründiger Witz findet sich in Beethovens vertrackten 33 ‚Diabelli-Variaionen‘. Bachmann hat die Werke auf faszinierende Weise verinnerlicht, in frischen Farben, voll eruptiver Kraft und mit dem nötigen kleinen Augenzwinkern.

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